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Presse 09.07.2013

Singen mit viel „Frohsinn“

Der Hanauer Männerchor geht seit fast 88 Jahren seinen Weg, und das erfolgreich.

Wer schon den Frohsinn im Namen hat, dem, so meint man, kann es nie ganz schlecht gehen. Was die Herren des Männerchors ,,Frohsinn 1925 Hanau" betrifft, scheint dies auch zuzutreffen, zumindest, wenn sie miteinander singen. Bei der abendlichen Chorprobe wird viel gelacht, aber auch professionell geübt. Dafür sorgt mit lockeren Sprüchen sowie fester Dirigentenhand Damian H. Siegmund, unterstützt vom zweiten Chorleiter Klaus Peukert. Siegmund, der an der Johannes-Gutenberg-Universität in Mainz Musik studiert und nach seinem Examen lange Zeit hauptberuflich als Pianist gearbeitet hat, leitet den Hanauer Männerchor nun schon seit knapp zwei Jahren. Die singenden Herren sind sehr froh über ihren neuen Chef, nicht zuletzt, da er 1999 aufgrund seiner musikalischen Verdienste den Titel des Musikdirektors verliehen bekommen hat, und diese Professionalität auch immer in die Chorarbeit einfließen lässt. Doch auch Siegmund spart nicht mit Lob: ,,Ich habe vom vorherigen Chorleiter einen sehr guten Klangkörper übernommen,“ bestätigt er. Der frühere Chordirektor Manfred Küchler hatte die Männer vom ,,Frohsinn" aus Altersgründen nach 30 Jahren verlassen.
 
Während des Krieges kein Singen
Mit einem breitgefächerten Repertoire, viel Spaß am Singen und einer hochmotivierten Einstellung stehen die Chormitglieder auch im 88. Jahr ihrer Gemeinschaft gut da. Doch nicht immer waren die Zeiten so rosig: Die Arbeit des im August 1925 gegründeten Männerquartetts ,,Frohsinn" kam während des Krieges zum Erliegen, die gesamte Dokumentation der bislang ersungenen Erfolge bei Wettbewerben und Wertungssingen ging bei den Luftangriffen in Flammen auf. Doch noch im Jahr 1945 fanden einige Ehemalige abermals zusammen, um die schöne alte Tradition fortzuführen und wieder ein wenig Leichtigkeit und Lebenslust in den Alltag zu integrieren. In den 70er Jahren wurde schließlich sogar ein Kinderchor gegründet und - entstanden vor allem unter Beteiligung der Mütter - ein Frauenchor, der sich jedoch in der Folge abspaltete. Auch das Singen mit den Kindern hat sich bei uns nicht durchgesetzt", erinnert sich Martin Bornhardt, der Pressebeauftragte des Chors. ,,Man musste die Kleinen teilweise abholen und wieder heimbringen; zudem ließ langsam ihr Interesse nach. Das war beispielsweise für die Vereine auf dem Land doch einfacher als für uns in der Stadt." Eine weitere Schwierigkeit, durch die sich die Herren im Laufe der Jahre erfolgreich geboxt haben, ist die fehlende Identifikation, mit der ein innerstädtischer Verein oft zu kämpfen hat. Ehrenvorsitzender Reinhold Brandt bringt es auf den Punkt, wenn er meint, das ,,Wir - Gefühl" sei in der Anonymität der Stadt schwerer aufrechtzuerhalten als beispielsweise bei einem in sich geschlossenen Stadtteil ,,Wären wir in Steinheim, würden die Leute sagen, komm wir gehen zu unserem Frohsinn. So heißt es, wir gehen zum Frohsinn." Auch die Abkehr vieler vor allem jüngerer Mitbürger von traditionellen Vereinsstrukturen macht vielen Chorgemeinschaften zu schaffen, genauso wie die zunehmende Vernachlässigung des Fachs Musik - dabei vor allem des Singens – im Schulunterricht. Singen tun heute zwar viele, aber eben lieber als Einzelsänger als in einer verbindlichen Chorstruktur. All dies macht es heute für viele Vereine wie Chöre in Stadt und Land nicht eben leicht. Der Männerchor ,,Frohsinn,, aber ist trotz aller Widrigkeiten immer seinen Weg gegangen und kann heute eine schöne Erfolgsgeschichte vorweisen: 30 Pokale haben sie in 30 Jahren bei zahlreichen Wettbewerben wie Kritik- und Wertungssingen eingefahren und liegen mit ihren 20 aktiven Sängern gut im Rennen. Wobei gerade beim ,,Frohsinn" natürlich nicht die Pokaljagd im Vordergrund steht, sondern die Geselligkeit, und zwar nicht nur beim Gesang, sondern auch bei den Ausflügen, zu denen die Familie immer gern gesehen wird. Zusammen singen, zusammen etwas erleben, Anschluss finden, sich mit Gleichgesinnten austauschen, Freunde treffen, gemeinsam auf Chorreise gehen, so wie beispielsweise 1995 nach Kanada oder ins ehemalige Jugoslawien, nach Österreich und immer wieder innerhalb von Deutschland. Zahlreiche Chorfreundschaften sind so entstanden die zum Teil seit mehr als 20 Jahren bestehen und durch Besuche sowie Gegenbesuche lebendig bleiben. „Singen mit Freunden ist Sport für die Seele", lautet ein Motto der ,,Frohsinn-Herren“. Damit auch der Sport für den Kopf nicht zu kurz kommt, haben sie sich ein umfangreiches Repertoire aufgebaut, mit dem sie zahlreiche Veranstaltungen aufwerten können. Ausgesuchte Stücke aus dem Bereich der getragenen Kirchen-.der feierlichen Fest- oder der schwungvollen Unterhaltungsmusik wechseln sich ab mit Evergreens oder Modernem, auf Deutsch, Englisch und sogar in hessischer Mundart. ,,Wir wollen vor allem am Puls der Zeit bleiben", erklärt Siegmund. Wie sie ihre Stücke aussuchen? ,,Demokratisch", meint der Chorleiter lachend. ,,Die Leute kommen in ihrer Freizeit hierher, da sollen sie nicht von mir Lieder diktiert bekommen, die sie gar nicht singen mögen." Siegmund bringt je nach anstehenden Auftritten Liedgut aus den verschiedensten Genres mit; daraus suchen alle zusammen aus. Das Wohl-Fühlen steht dabei ganz oben - obwohl es schon auch mal Stücke gibt, die der Dirigent der Übung halber durchsetzt. Bei den Proben geht es dann zur Sache: Stimmaufwärmung, Stimmenthüllung, Stimmbildung, Üben der Lieder für den kommenden Auftritt. Dabei stehen als nächstes das Weinfest am 10. August im Schlossgarten und die Mitgestaltung des musikalischen Gottesdienstes in der Wallonisch-Niederländischen Kirche einen Tag später auf dem Programm.
 
Hauptkonzert als Höhepunkt
Dass das ausgewählte Liedgut dabei in höchstem Maße unterschiedlich ist, beflügelt den Männerchor zusätzlich. Auf ihr Hauptkonzert in diesem Jahr - nämlich ihr eigenes - freuen sich alle ganz besonders: Am Sonntag, 20. Oktober werden sie nämlich zusammen mit den „Maintown Ramblers“ auftreten, ebenfalls in der Wallonisch-Niederländischen Kirche. War im vergangenen Jahr der Schauspieler Walter Renneisen als Moderator gebucht, gehen die Männer vom ,,Frohsinn" dieses Mal mit einem Überraschungsgast an den Start. Doch jetzt geht es erst einmal in die Sommerpause. Wer sich für die Chorarbeit der Herren interessiert, ist eingeladen, ab dem 28.Juli um 19 Uhr bei einer der sonntäglichen Proben im Vereinsheim des Hauses ,,Begegnungsstätte Freigericht" in der Hanauer Alfred-Delp-Straße 10 vorbeizuschauen.
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Chorprobe jeden Sonntag : 19.00 Uhr, 63452 Hanau, Lamboy Tümpelgarten 21 Nachbarschaftshaus